Ottobock und MEDIAN kombinieren High-Tech-Prothetik mit spezialisierter Behandlung für Oberschenkelamputierte

Nach Erhalt des positiven Votums der Ethik-Kommission bei der Landesärztekammer Hessen startet im Januar 2023 eine Multicenterstudie in mehreren Kliniken von MEDIAN, bei der amputierte Patienten eine besondere Prothese von Ottobock erhalten. Das Forschungsprojekt soll zeigen, wie eine moderne Rehabilitation mit längerem Aufenthalt und optimale Prothetik die Versorgungssituation von amputierten Menschen in Deutschland verbessern kann.

Amputierte Patienten werden trotz der Schwere des Eingriffs in der Regel nach den allgemeinen orthopädischen Kriterien einer Anschlussheilbehandlung standardisiert mit einer Fallpauschale sowie einer durchschnittlichen Verweildauer von etwa drei Wochen behandelt. Doch nach einer Amputation brauchen die Betroffenen häufig mehr Zeit: In der nationalen Versorgungsleitlinie wird eine Rehabilitation für fünf bis acht Wochen empfohlen, um den Eingriff psychologisch verarbeiten zu können, den Sitz der Prothese optimal anzupassen und den sicheren Umgang mit ihr zu erlernen. Darüber hinaus stehen für Patienten nach Amputationen im Bereich des Oberschenkels mittlerweile mikroprozessor-gesteuerte Kniegelenke mit einem elektronisch unterstützten Schwung- und Standphasenwiderstand zur Verfügung, welche den Betroffenen ein besseres Gangbild und deutlich mehr Sicherheit geben.

Im Rahmen der Studie soll nachgewiesen werden, dass die Mobilität und Eigenständigkeit dieser schwerstbetroffenen Menschen gesteigert werden kann, wenn eine leitliniengerechte Rehabilitation durchgeführt wird und die Prothese mit einem KENEVO-Kniegelenk von Ottobock ausgestattet ist.
Dr. André M. Schmidt, Group CEO von MEDIAN sagt: „Um für unsere Patienten stets die optimale Behandlung anzubieten, setzt MEDIAN auch auf die Zusammenarbeit mit starken Partnern wie Ottobock. Medizinische und technische Expertise gehen in der nun gestarteten Multicenterstudie Hand in Hand. Getreu des Mottos von MEDIAN „Das Leben leben“ verbessern wir so die Versorgung und Lebensqualität von Menschen mit Amputation in Deutschland.“

Mikroprozessor-gesteuerte Kniegelenke mit einem elektronisch unterstützten Schwung- und Standphasenwiderstand geben den Betroffenen ein besseres Gangbild und deutlich mehr Sicherheit.

Bildquelle: Ottobock

„Wir denken die Versorgung der Patientinnen und Patienten immer ganzheitlich. Denn unsere Produkte können ihre Wirkung umso stärker entfalten, wenn sie in einen modernen, sektorenübergreifenden Behandlungsprozess integriert sind. Darum freuen wir uns, dass wir in der Kooperation mit den Kliniken von MEDIAN und unter Nutzung neuester digitaler Technologien einen Beitrag zur Verbesserung der Rehabilitation von Menschen mit Amputation leisten können“, kommentiert Oliver Jakobi, CEO von Ottobock.

Dr. Johannes Schröter, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Orthopädie im MEDIAN Reha-Zentrum Wiesbaden Sonnenberg, führt aus: „Unsere spezialisierte und weiterentwickelte Behandlung ermöglicht eine verbesserte Teilhabe der Patienten, die ihren Alltag im Anschluss wieder selbstständig bewältigen können. Dass die in unsere Studie involvierten Patienten das elektronisch gesteuerte Prothesenkniegelenk von Ottobock, eine state-of-the-art-Prothetik, bekommen, gibt ihnen zusätzliche Sicherheit.“
„Dieses Plus an Sicherheit sorgt dafür, dass besonders Menschen, die während der Reha über eine eingeschränkte Mobilität verfügen, schnell Vertrauen zu ihrem Prothesenkniegelenk aufbauen“, erläutert Dr. Andreas Hahn, der für Ottobock weltweit den Bereich klinische Forschung leitet und fährt fort: „Es erkennt die Schwungphase im Bewegungsablauf auch dann, wenn beispielsweise das Gehen mit Hilfsmitteln erfolgt und reagiert auch auf Unregelmäßigkeiten, um Stürze zu verhindern. Da es im Reha-Prozess individuell an den Patienten angepasst werden kann, ist es optimal für den Einsatz im Rahmen des Forschungsprojekts mit dem MEDIAN Reha-Zentrum Wiesbaden Sonnenberg geeignet.“

Neun weitere MEDIAN Kliniken dienen als Kontrollkliniken für das Forschungsprojekt. Hierbei werden, nach Einwilligung, oberschenkelamputierte Patienten unabhängig ihrer prothetischen Versorgung in die Studie eingeschlossen. Die Datenerhebung startet im Januar 2023 und ist auf zwei Jahre ausgelegt.


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20.01.2023
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